Mikroseum in Jestetten

Entdecken Sie die kleinen Zeitzeugen, die Konrad Schlude in Szene setzt und so ins Sichtfeld seiner Gemeinde rückt.

 
  
Abgewetzter Wetzstein, zum Vergleich vor einem neuen Wetzstein
Holztafel von Radegund Fricker; für eine Ausstellung ab Herbst '21 über die Bildhauerin geplant
Holztafel von Radegund Fricker; für eine Ausstellung ab Herbst '21 über die Bildhauerin geplant
Väschen der Keramikerin Margarete Heini von Elimer
Bodenvase von 1973 der Keramikerin Margarete Heini von Elimer, als Geschenk der Gemeinde an Pfarrer Scheuermann für seinen 25-jährigen Dienst
Konrad Schlude, neben dem Mikroseum.
Die "Lobenlinien" des Ammonits deuten den Übergang des Inneren zur Schale an.
Ein Sedimentgestein, das vor Urzeiten in der Tiefsee des Jurameeres entstand. Im Zuge der Alpenbildung wurde das Gestein um mehrere Kilometer angehoben und findet sich heute in den Bündner Alpen, von wo es der Rheingletscher zu uns vor die Tür gebracht hat.
(Hinweis: Radiolarit wurde zwischenzeitlich durch Karneol ersetzt).
Bohnherz ist ein Produkt der Verkarstung von Kalkschichten, die von der Überflutung der Region vom Jurameer zeugen. Das Gestein wurde spätestens seit der frühen Neuzeit abgebaut, bis Mitte des 19. Jahrhunderts.
 
Bohnerzlöcher im Jestetter Wald zeugen noch heute vom Raubbau. Und doch bieten sie  Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten.
Welcher Vogel ist das?
Erinnerung an Radegund Fricker
Der "Knorrli" ist das Maskottchen der Firma Knorr in Thayngen, wo auch viele Jestetter arbeiten.
(Automarken-)Fundstücke der letzten Dorfputzete und ein Fuß eines Topfes (frühe Neuzeit).
Verformungen: Ein verbogener Löffel aus dem Garten, ein im Rhein rundgeschliffenes Ziegelfragment, ein in einem Feuer verformtes Glasstück.
 
 
Konrad Schlude, Leiter des Bildungswerks Jestetten:

Worum geht es beim Mikroseum von Jestetten und was bedeutet der Name?

Eine temporäre "Ausstellung" aus acht kleinen Kammern, die in einen Fichtenstamm eingelassen sind. Diese enthalten jeweils Objekte mit Bezug zu Jestetten. Das Mikroseum -  kurz für Mikromuseum - soll den Betrachter auf die Besonder- und Schönheiten der Region aufmerksam machen.


Wo kann man sich die Werke anschauen?

Der Stamm ist an der Fridolin-Scheune im Burgweg aufgestellt - eine Referenz an die frühere harte Arbeit in Land- und Forstwirtschaft.


Wie ist die Idee zu dem Projekt entstanden?

Immer wieder habe ich festgestellt, dass es kleinere und größere Zeugen für spannende Geschichten gibt, der Zusammenhang aber nicht gesehen wird.
So ist die Idee aufgekommen, ein paar Objekte als 'besonders' zu markieren, indem ich diese ins Sichtfeld plaziere.
Die Ausstellung thematisiert auch die Frage, wie wir das historische Erbe bewahren können.
 

Wie aufwändig war/ist die Organisation dieses Projektes und wie sind Sie dabei vorgegangen?

Der Aufwand war recht gering. Da ich sowieso einen geeigneten Baum im eigenen Wald fällen musste, habe ich mir ein entsprechend langes Stück des Stammes mitgenommen und mich dann ohne Zeitdruck an die Bearbeitung gemacht. Lustig ist dabei, dass manche das mu als die Ohren des Osterhasen ansehen; immerhin kommt man so ins Gespräch mit den Leuten.


Wie ist die Resonanz Ihrer Gemeinde?

Natürlich gehen viele Leute auch nur vorbei, es gibt aber doch immer wieder Gespräche über den Hintergrund.
 
Kontakt: konrad@schlu.de