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Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

„Die“ Flüchtlinge, „die“ Muslime, „die“ Schwulen – wenn Menschen aufgrund eines Merkmals einer Gruppe zugeordnet und diese abgewertet und ausgegrenzt wird, spricht man von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Dieses Phänomen beschreibt erstmals Wilhem Heitmeyer, damals Direktor am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld.
 
Als Christ*innen glauben wir daran, dass jeder Mensch als Gottes Ebenbild mit seinen individuellen Merkmalen und Charaktereigenschaften geschaffen. Aus dieser Vielfalt Ungleichwertigkeiten zu konstruieren widerspricht daher dem christlichen Glauben. Vielmehr gilt es, die Würde zu schützen und Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen ein*e Jede*r seine Persönlichkeit entfalten kann.
Diesen Auftrag formuliert auch die Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ des Zweiten Vatikanischen Konzils:
„Da alle Menschen eine geistige Seele haben und nach Gottes Bild geschaffen sind, da sie dieselbe Natur und denselben Ursprung haben, […] darum muss die grundlegende Gleichheit aller Menschen immer mehr zur Anerkennung gebracht werden“ (Nr. 29).
 
Literaturtipps zum Einstieg ins Thema
Einen guten Überblick über das Syndrom der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) bietet der Artikel von Beate Küpper und Andreas Zick auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.
 
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus hat Informationsflyer zu einzelnen Elementen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit erstellt, die auf das jeweilige Phänomen eingehen und den Bezug zum christlichen Glauben herstellen. Die Flyer stehen zum Download bereit unter: https://bagkr.de/publikationen/
 

(Rechts-)Populismus

Der Begriff des Populismus ist in aller Munde – nicht immer wird er trennscharf verwendet.
Im Essay „Was ist Populismus?“ bringt der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller den Kernanspruch des Populismus auf den Punkt: „Wir – und nur wir – repräsentieren das wahre Volk“. In seinen Augen bedarf es zweier Merkmale: einer „Anti-Establishment-Attitüde“ sowie einen „moralischen Alleinvertretungsanspruch“.
 
Als „Volk Gottes“ haben Christ*innen ein besonderes Gespür für den Volksbegriff: Es ist ein „Volk der vielen Gesichter“, das keinesfalls so homogen ist, wie es im Populismus suggeriert wird. Daraus erwächst auch eine besondere Verantwortung, dem Populismus zu widerstehen.
 
Literaturtipps zum Einstieg ins Thema
Neben dem Essay „Was ist Populismus?“ von Jan-Werner Müller (hier gehts zur Leseprobe) ist auch das Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zum Populismus sehr aufschlussreich.
 
Folgende Literaturhinweise beleuchten das Phänomen des Populismus aus christlicher Sicht und geben Orientierung, um ins Handeln zu kommen:
Für die Erzdiözese Freiburg hat der Diözesanrat des Bistums 2017 einen „Handlungsrahmen zur Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Tendenzen in Politik und Gesellschaft“ erarbeitet.