Wechsel in der Leitung des Bildungszentrums Offenburg

Nach 15 Jahren sagt Clemens Bühler ade. Nachfolgerin ist Antonia Schwab-Renner..

Viel Wertschätzung, Anerkennung und Dank für den scheidenden Leiter gab es von Kollegen und Weggefährten, auch viele ehrenamtlich Engagierte der katholischen Erwachsenenbildung aus den örtlichen Bildungswerken und der Kreisarbeitsgemeinschaft (KAG) Ortenau waren zur Verabschiedung gekommen.

Clemens Bühler blickt auf bewegte Jahre zurück, in denen er als Leiter des Bildungszentrums nicht nur Bildung anbieten, sondern, wie er sagte,  „auch selbst jeden Tag etwas dazulernen konnte – ein großes Geschenk“. Das Aufgabenfeld des Bildungszentrums erstreckt sich auf den ganzen Ortenaukreis. Es bietet ein eigenes Programm in Offenburg und anderen Orten der Region und unterstützt die Ehrenamtlichen in den örtlichen Bildungswerken der drei katholischen Dekanate der Ortenau. Neben unzähligen Bildungsangeboten der vergangenen 15 Jahre gab  es Schwerpunktthemen. Dazu gehörten der interreligiöse Dialog,  50 Jahre II. Vatikanisches Konzil, 100 Jahre Erster Weltkrieg, 600 Jahre Konzil von Konstanz, Flucht und Integration und in den letzten Jahren der Schwerpunkt Nachhaltigkeit mit verschiedenen Kooperationspartnern im Offenburger Netzwerk für Nachhaltigkeit. Bühler erinnert sich auch gern zurück an Highlights wie die Studienreisen und Tagesfahrten mit den ehrenamtlichen Bildungswerksmitarbeitern, an tagesaktuelle gesellschaftliche oder kirchliche Themen, wie die Wiederheirat Geschiedener und die  regelmäßige  Veranstaltungsreihe zur Offenburger Friedenswoche mit  pazifistischen Themen wie dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, dem Nah-Ost-Konflikt, der Situation Israels und dem Krieg in Gaza. Zunehmend an Stellenwert gewonnen habe die Kirchenentwicklung 2030, nach der ab 2026 die Pfarreien zusammengelegt werden zu vier neuen Großpfarreien. In deren Vorbereitung sei das Bildungszentrum stark involviert gewesen, die Zusammenlegung wird auch Auswirkungen auf die örtlichen Bildungszentren haben. 
 
Bruno Vogler-Wangler, Direktor des Bildungswerks der Erzdiözese Freiburg, verabschiedete Clemens Bühler und begrüßte die neue Leiterin. Bühler habe das Bildungszentrum Offenburg geprägt und weiterentwickelt und durch die sehr gute Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung, der Volkshochschule und dem BUND-Umweltzentrum Ortenau in der Stadt und der Region verankert. Immer wieder sei es Clemens Bühler gelungen, auch außerhalb von Offenburg mit Bildungsangeboten Akzente zu setzen, etwa mit der jährlichen Kurzfilmreihe „Augenblicke“ im Kommunalen Kino Achern, oder der Gestaltung einer einmonatigen Veranstaltungsreihe in Zell am Harmersbach anlässlich der Ausstellung „Friedensklima“. „Deine  Beziehungsarbeit, deine fachliche und menschliche Unterstützung der ehrenamtlichen Akteurinnen und Akteure im Ortenaukreis habe ich immer als vorbildlich wahrgenommen“, so Vogler-Wangler weiter. Den Auftrag des Bildungszentrums als Fach- und Servicestelle für die kirchliche Erwachsenenbildung habe Bühler sehr ernst genommen und gewissenhaft gepflegt. Die Frucht daraus sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die kirchliche Erwachsenenbildung in der Ortenau werde auch in den kommenden Jahren von seinem Engagement im Prozess Kirchenentwicklung 2030 profitieren. Ebenso habe Bühler  Aufgaben für das diözesane Bildungswerk wahrgenommen, etwa in der Mitarbeitervertretung und  im Arbeitskreis Elsass,  mit dem es bis 2020 jährliche Treffen gegeben habe. „Ich habe dich immer als einen spirituellen und feinfühligen Menschen erlebt“, sagte Vogler Wangler mit einem großen Dankeschön und überreichte dem scheidenden Leiter des Offenburger Bildungszentrums ein Stück vom Freiburger Münster, die Profilscheibe eines ausgebauten Originalteils. Sie solle ihn an die Zeit im Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg erinnern.
 
In die Laudatio reihten sich Mitarbeiter der örtlichen Bildungswerke und Kooperationspartner ein. „Clemens, du wirst uns fehlen“, war immer wieder zu hören. Karl Bühler, Vorsitzender der KAG, bedankte sich für die von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Zeit. Dekanatsreferent Fabian Groß bescheinigte Bühler kollegiale Zusammenarbeit, theologische Tiefe und spirituelle Weite. Auch die  Hausgemeinschaft des Katholischen Zentrums überbrachte die besten Wünsche für den Ruhestand und  betonte die gute Flurnachbarschaft über viele Jahre. Für Nachfolgerin Antonia Schwab-Renner gab es ein herzliches Willkommen mit guten Wünschen zum Neustart. Das letzte Wort vor dem Sektempfang  hatte Clemens Bühler: Besonders dankte er den Ehrenamtlichen für die sehr befriedigende  Zusammenarbeit. Dass zu den Veranstaltungen des Bildungszentrums oft Leute kämen, die sich in den jeweiligen Themen zuhause fühlen, sei eine Chance, ein Forum für Austausch, gern hätte er sich jedoch auch mehr Kontoverse mit Andersdenkenden gewünscht. Er sei überzeugt, dass es gut weitergehe mit einer jungen dynamischen Erwachsenenbildnerin und habe nun im Ruhestand mehr Zeit für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten, etwa als ehrenamtlicher Bildungswerksleiter in seiner Heimatgemeinde. Auch zuhause gebe es viel zu tun, da werde er zusammen mit Enkel Emil für einige Unruhe sorgen.
 
Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von Barbara Puppe zur Verfügung gestellt.