Roswitha Hog und Margit Maiwald
Engagierte im Portrait
Hog: Es gibt Angebote für Kinder: den Bibliotheksführerschein für Kinder im Kindergarten und in der Schule. Beide sind sehr erfolgreich und bauen Hemmschwellen ab. Und immer wieder gibt es auch Angebote für Erwachsene, z.B. Autor*Innenlesungen oder Buchvorstellungen, zum Teil in Kooperation mit dem Bildungswerk. Wir sind aktiv in das Gemeindeleben eingebunden.
Hog: Ich würde erzählen, wie schön und erfüllend die Arbeit und das Miteinander im Team ist. Es entstehen Freundschaften, jede*r kann das einbringen, was er oder sie gut und gerne macht.
Hog: Aufgrund der veränderten Situationen in der Gesellschaft und im Berufsleben kann es in Zukunft schwieriger sein, Menschen zu finden, die sich zeitlich so engagieren, wie wir das bisher getan haben. Eine Plattform des Austausches, der Mitarbeiterfindung würde ich gut finden.
Mit Herz und Freude engagiert für eine lebendige Kirche vor Ort in Freiburg Hochdorf.
Roswitha Hog und Margit Maiwald engagieren sich seit 30 Jahren in der Bücherei St. Martin in Freiburg Hochdorf und sagen:
"Unsere Bücherei ist ein niederschwelliges Angebot im kirchlichen Raum, ein lebendiger Treffpunkt, an dem Jede*r willkommen ist".
Roswitha Hog und Margit Maiwald im Interview
Geführt von Alena Gishoma (AG), Redaktion bildungvorort.de.
AG: Wie engagieren Sie sich in der Bücherei St. Martin in Freiburg-Hochdorf?
Roswitha Hog, Leiterin der Bücherei: Ich bin seit 1992 hier ehrenamtlich tätig und habe vor 30 Jahren das Bücherei-Team gegründet. Mittlerweile sind wir 25 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen. Es ist ein schönes Miteinander. Ich habe die Leitung des Teams, bei mir bündeln sich die Informationen. Ich schaue, dass die Kommunikation im Team läuft und kümmere mich auch um die Kommunikation nach außen: mit dem Pfarrer, der Fachstelle Kirchliche Büchereiarbeit im Erzbistum Freiburg, dem Gemeindeteam, anderen Kontakten und Hochdorfer Institutionen sowie Spender*innen.
Margit Maiwald, Mitarbeiterin: Ich engagiere mich seit 30 Jahren in der Bücherei. Ich mache sehr gerne Ausleihe-Rückgabedienste. Ich arbeite auch CDs, DVDs ein. Ich habe viele Projekte für Kinder und Erwachsene mit angestoßen und mitgetragen, viele Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Team vorbereitet und gestaltet.
AG: Was motiviert Sie persönlich, sich hier zu engagieren?
Hog: Ich liebe das Lesen und bin gerne mit Menschen zusammen. Ich freue mich, wenn ich Personen aus meiner Gemeinde treffe, die mich schon aus der Bücherei kennen. Es ist toll, dass sich viele Personen mit ihren Talenten, Vorlieben im Team einbringen und somit auch Kontakte untereinander zustande kommen – ein buntes, vielfältiges Miteinander.
Maiwald: Es ist nichts Gleichförmiges. Man hat viel Begegnung mit Menschen, es ist eine lebendige, unterhaltsame Tätigkeit. Man muss sich immer wieder neu erfinden. Man muss auf die Menschen eingehen um zu wissen, wie jemand angesprochen werden will. Jeder Ausleih-Dienst ist anders, es ist ein schönes Miteinander. Der Kontakt mit den Leser*innen und Kindern macht mir viel Freude.
AG: Was hat Sie zu Ihrem Engagement gebracht?
Hog: Bei uns zu Hause gab es keinen Bücherschrank, ich bin erst im jungen Erwachsenenalter zum Lesen gekommen. Als ich nach Hochdorf gezogen bin, bin ich oft in diese Bücherei gekommen zum Ausleihen, zuerst alleine, dann mit den Kindern. Irgendwann wurde ich dann von der damaligen Leitung angesprochen, ob ich nicht Gleichgesinnte suchen möchte, die die Arbeit in der Bücherei als Team übernehmen würden. Ich liebe Bücher und finde es wichtig, dass man Menschen die Freude am Lesen vermitteln, Kindern die Möglichkeit der Leseförderung geben kann. Ich mag, dass man hier Leute trifft, es lustig, bunt, unterhaltsam und informativ zugeht.
Maiwald: Ich bin leidenschaftliche Leserin und Kundin in Büchereien. Schon als Kind habe ich hier in Hochdorf diese Bücherei benutzt - später bin ich mit meinen Kindern gekommen. Die Liebe zum geschriebenen Wort hatte ich immer, auch wenn ich aus einem Elternhaus kam, wo nicht gelesen wurde. Als es die Möglichkeit gab, hier mitzuarbeiten, war ich gerne dabei.
AG: Wie integrieren Sie das Ehrenamt in Ihren Alltag?
Hog: Da ich das mit sehr viel Liebe mache, lasse ich lieber mal das putzen zu Hause sein und mache was für die Bücherei. Wir haben einen Arbeitsplan, wo sich jede*r so eintragen kann, wie es die eigene freie Zeit erlaubt. Ich regle neben der Ausleihzeit auch die Kommunikation und Verwaltung nebenher sowie die Medienauswahl. Das können zwischen zehn und zwanzig Stunden pro Monat sein.
Maiwald: Ich nehme mir dafür unglaublich gerne viel meiner Freizeit. Da ich im Homeoffice arbeite, gelingt es mir, es gut in meinen Alltag zu integrieren.
AG: Welche Angebote gibt es in der Bücherei und an wen richten sie sich?
Hog: Es gibt Angebote für Kinder: den Bibliotheksführerschein für Kinder im Kindergarten und in der Schule. Beide sind sehr erfolgreich und bauen Hemmschwellen ab. Und immer wieder gibt es auch Angebote für Erwachsene, z.B. Autor*Innenlesungen oder Buchvorstellungen, zum Teil in Kooperation mit dem Bildungswerk. Wir sind aktiv in das Gemeindeleben eingebunden.
Maiwald: Die Angebote für Kinder sind langfristige Projekte während die für Erwachsenen punktuell sind. Wir gehen auch mit Projekten in die Kindergärten.
AG: Was ist Ihnen bei Ihrem Engagement wichtig?
Hog: Mir ist es wichtig, dass ich meine Zeit selbst einteilen kann. Ich schätze, dass wir über einen gewissen Etat von Haushaltsmitteln, Zuschuss und Spenden selbst und eigenverantwortlich verfügen können. Herr Pfarrer Koffler weiß, dass wir uns über das Medienangebot in Besprechungsdiensten, im Buchhandel usw. informieren und bringt uns das entsprechende Vertrauen entgegen.
Maiwald: Viele Projekte kann man ohne Unterstützung nicht angehen. Es ist mir wichtig, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die genauso begeistert bei der Sache sind wie ich selber.
AG: Was würden Sie sich anders wünschen?
Hog: Auf längere Sicht wünsche ich mir, dass sich die verschiedenen Arbeiten auf mehrere Schultern verteilen, schön wäre ein Leitungsteam. Gerne können weitere Menschen – auch jüngere - bei uns mitarbeiten, sich mit ihren Talenten einbringen, entsprechend ihres Zeitbudgets. Ich wünsche mir, dass es nach einem Generationenwechsel im Team weitergeht.
Ein weiterer Wunsch: finanzielle Sicherheit auch in diesen Zeiten, sodass die Bücherei weiterhin ein aktuelles Medienangebot trotz höheren Buchpreisen anbieten kann.
Wie geht es 2025, 2030 mit der Büchereiarbeit vor Ort weiter, wenn die große Seelsorgeeinheit in Freiburg besteht. Gibt es da Änderungen? Hier wäre eine Info wünschenswert, was geplant ist.
Maiwald: Ich finde, dass wir im Rahmen dessen, was wir zeitlich leisten können, gut aufgestellt sind vom Angebot her und hoffe, dass das so bleibt.
AG: Was würden Sie jemandem raten, der sich für dieses Ehrenamt interessiert?
Hog: Ich würde erzählen, wie schön und erfüllend die Arbeit und das Miteinander im Team ist. Es entstehen Freundschaften, jede*r kann das einbringen, was er oder sie gut und gerne macht.
Maiwald: Man sollte gerne mit Menschen zu tun haben, Geduld, Offenheit und Fröhlichkeit mitbringen und natürlich die Liebe zu Büchern.
AG: Was würden Sie sich von einer Website wie dieser wünschen?
Hog: Aufgrund der veränderten Situationen in der Gesellschaft und im Berufsleben kann es in Zukunft schwieriger sein, Menschen zu finden, die sich zeitlich so engagieren, wie wir das bisher getan haben. Eine Plattform des Austausches, der Mitarbeiterfindung würde ich gut finden.
Roswitha Hog
- leitet die Bücherei St. Martin seit 1992 ehrenamtlich
- zog 1977 nach Freiburg-Hochdorf
- Ausbildung: Industriekauffrau
- berufstätig
Margit Maiwald
- engagiert sich seit 1992 ehrenamtlich in der Bücherei St. Martin
- ist in Freiburg Hochdorf aufgewachsen
- Ausbildung: Bankkauffrau
- berufstätig
Bücherei St. Hochdorf
- 25 ehrenamtliche Mitarbeiter (Stand: Mai 2022)
- Kontakt: Email buecherei-stm@se-freiburg-nordwest.de, Telefon: 07665/912478
- Website: www.bibkat./de-stm-hochdorf
- Onleihe (siehe Website): Die Bücherei St. Martin ist Teil eines Onleihe-Verbundes namens Libell-e Süd mit einem Bestand von über 19.000 Medien. Die Nutzung ist kostenlos und erfordert nur einen Leserausweis, einen Internetzugang und ein kompatibles Endgerät (Smartphone, Tablet, PC und/oder eBook-Reader (Amazon Kindle wird nicht unterstützt)).

















